Note 1 Newsletter 05/2009 - Neue Veröffentlichungen

Liebe Musikfreunde,

„Alles neu macht der Mai“ weiß der Volksmund, und tatsächlich haben wir für Sie diesen Monat nicht nur viele interessante Neuheiten anzubieten, sondern mit ARCANA auch ein neues Label.

Und unsere Mai-Neuheiten können sich wirklich sehen bzw. hören lassen: Gleich zwei Weltpremieren verloren geglaubter Meisterwerke des 20. Jahrhunderts von Bohuslav Martinu und Paul Hindemith auf ALPHA und ONDINE erwarten Sie; CARUS erinnert uns daran, dass Händels Alexander’s Feast und die Cäcilienode eigentlich zusammengehören; ACCENT erfreut uns mit zwei interessanten Aufnahmen von Kraus und Beethoven, und GLOSSA setzt dem wohl größten niederländischen Komponisten der Musikgeschichte ein längst überfälliges diskographisches Denkmal.

Wenn Sie unsere gesamten Mai-Neuheiten einsehen möchten, klicken Sie bitte auf den nachfolgenden Link zu unserem Neuheitenheft.

Viel Vergnügen,
Ihr Note 1-Team



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HÄNDEL, GEORG FRIEDRICH: ALEXANDER'S FEAST HWV 75/ODE FOR ST. CECILIA'S DAY HWV 76

KERMES/HULETT/NEUMANN/KÖLNER KAMMERCHOR/COLLEGIUM CARTUSIANUM/+

In England wurde im 17. und 18. Jahrhundert der 22. November als Cäcilientag mit festlichen musikalischen Aufführungen zu Ehren der Schutzheiligen der Kirchenmusik begangen. Zu diesem Anlass steuerte auch Händel mit Alexander’s Feast und der Ode for St. Cecilia’s Day in den Jahren 1736 und 1739 zwei bedeutende Beiträge auf Texte des Dichters John Dryden bei. Händel nahm sich hier zwar Purcells Cäcilienoden zum Vorbild, doch näherte er sie durch den Einsatz von Rezitativen, Arien und groß angelegten Chören dem Oratorium an. Beide wurden von den Zeitgenossen schnell als überragende Werke des Komponisten erkannt. Bereits 1739 kombinierte Händel die beiden Stücke miteinander, wobei die Cäcilienode als dritter Teil von Alexander’s Feast fungierte. Diese Kombination wurde denn auch in der Folgezeit häufig beibehalten, doch geriet diese sinnvolle Aufführungspraxis ab dem späten 19. Jahrhundert leider in Vergessenheit. CARUS führt diese Werke nun in einer herausragenden Aufnahme mit Simone Kermes, dem Kölner Kammerchor und dem Collegium Cartusianum unter Peter Neumann wieder zusammen.

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SWEELINCK, JAN PIETERSZOON: DAS WELTLICHE VOKALWERK

VAN DER KAMP/GESUALDO CONSORT AMSTERDAM

Heute ist Jan Pieterszoon Sweelinck (1562-1621) vielen nur noch als herausragender Komponist für Tasteninstrumente und als brillanter Organist ein Begriff, der mit seinen weithin bekannten Werken und durch seine pädagogische Lehrtätigkeit nicht weniger als die Grundlage für die Norddeutsche Orgelschule bis J.S. Bach schuf. Seine Zeitgenossen schätzten ihn hingegen als Komponisten geistlicher und weltlicher Vokalwerke, die im Gegensatz zu seinen Werken für Tasteninstrumente immerhin alle in Drucken Verbreitung fanden. Hört man sich diese ausgesprochen reizvolle Musik an, dann wird das Desinteresse, das ihnen heute entgegengebracht wird, absolut unverständlich. Harry van der Kamp und sein Gesualdo Consort setzen ihrem Landsmann mit der Gesamtaufnahme aller Vokalwerke bei GLOSSA nun ein angemessenes Denkmal. Da für den „Orpheus von Amsterdam“ das Beste gerade gut genug ist, gesellen sich in der ersten Folge des Projekts u.a. mit Marion Verbruggen und Hille Perl noch weitere große Namen der Alten Musik dazu. Die erste Folge der Gesamteinspielung widmet sich seinem besonders abwechslungsreichen weltlichen Vokalwerk, das aus fünfstimmigen Chansons (gedruckt 1594), den Rimes françoises et italiennes (1612) sowie zwölf französischen Chansons und fünfzehn zwei bis dreistimmigen Madrigalen besteht.

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ACC24211

BEETHOVEN, LUDWIG VAN: GESAMTWERK FÜR VIOLINE UND KLAVIER VOL.1: SONATEN OP.47&

NICHOLSON/KUROSAKI

ACCENT startet die erste Gesamteinspielung aller Werke für Klavier und Violine auf historischen Instrumenten. Einige werden jetzt vermutlich wegen der Reihenfolge „Klavier und Violine“ stutzen, aber auch wenn Beethovens zehn Violinsonaten den endgültigen Wendepunkt hin zu einer Gleichberechtigung der beiden Instrumente markieren, sind sie doch vom Komponisten noch ausdrücklich als „Sonaten für Klavier und Violine“ bezeichnet. Den Anfang machen mit den Sonaten Op.47 und Op.96 gleich zwei Gipfelwerke der Kammermusik für Violine, deren Interpretation nicht nur auf historischen Instrumenten eine echte Herausforderung darstellt. Für ihre Gesamteinspielung verwenden Linda Nicholson und Hiro Kurosaki übrigens nicht nur das passende historische Wiener Instrumentarium, für die Kreutzer-Sonate Op.47 hat Kurosaki an den verbürgten Stellen auch eigene Kadenzen eingefügt, wie es George Bridgetower, der ursprüngliche Widmungsträger der Sonate, bei der Uraufführung auch tat. Die erste Gesamtaufnahme auf historischen Instrumenten wird somit gleich zu Beginn Maßstäbe in ihrer Kategorie setzen.

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ODE1141

HINDEMITH/DVORAK: KLAVIERMUSIK MIT ORCHESTER OP.29/SINFONIE NR.9

FLEISHER/ESCHENBACH/CURTIS SYMPHONY ORCHESTRA

Paul Wittgenstein (1887-1961), der Bruder des Philosophen Ludwig Wittgenstein, verlor während des Ersten Weltkriegs seinen rechten Arm. Mit Energie und Durchhaltewillen gelang es ihm, seine Karriere als Konzertpianist weiterzuführen. Er erweiterte das schmale Klavierrepertoire für die linke Hand durch Arrangements und Aufträge für Neukompositionen bei so bedeutenden Komponisten wie Ravel, Prokofieff und Hindemith. Leider war Wittgenstein mit fast allen Werken unzufrieden und ließ sie teilweise sogar, wie auch Hindemiths Klaviermusik mit Orchester Op.29, unaufgeführt. Hindemiths Konzert galt lange als verschollen, ja eine Anekdote wusste zu berichten, der Komponist hätte das Manuskript aus Ärger über die Mäkeleien Wittgensteins bereits 1923 in Salzburg in die Salzach geworfen. 2002 wurde in einem Lagerhaus in New York, im Nachlass der Witwe des Pianisten, jedoch eine Abschrift des Werkes entdeckt, dessen Weltersteinspielung mit Leon Fleisher und dem Curtis Symphony Orchestra unter Christoph Eschenbach ONDINE veröffentlicht. Zu hören ist ein zündendes Werk, das die Vorzüge des experimentellen wie des sachlichen Hindemith vereint.

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ORR246

RICCI, FEDERICO: CORRADO D'ALTAMURA (Q)

THEODOSSIOU/KORCHAK/WESTMAN/TAYLOR/BÖER/PHILHARMONIA ORCH/+

Zu den weniger bekannten Jubilaren 2009 gehören auch die Brüder Luigi (1805-1859) und Federico Ricci (1809-1877), die nicht nur mit mehreren gemeinsamen Projekten, sondern auch mit jeweils eigenen Opern in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts teilweise europaweite Erfolge verbuchen konnten. Nachdem OPERA RARA uns bereits 2004 mit einem Werk des jüngeren Bruders bekannt gemacht hat (La prigione di Edimburgo, ORR 228) folgt jetzt ein weiteres Werk Federicos. Das „dramma lirico“ Corrado d’Altamura eröffnete 1841 erfolgreich die Spielzeit an der Mailänder Scala. Die hochdramatische Handlung ist in Sizilien im 12. Jahrhundert angesetzt und handelt von dem Verrat und der Rache zwischen Roggero, dem Herzog von Agrigento und Corrado, seinem früheren Freund und Tutor. Roggero hatte der Tochter Corrados, Delizia, die Ehe versprochen, den Treueschwur aber dann gebrochen. Der britische Experte für die italienische Oper des 19. Jahrhunderts, Julian Budden, bezeichnet die Opern Riccis treffend als späte Ausläufer der Tradition Bellinis, die eines Mercadante würdig seien.

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CHR77307

VALENTE, ANTONIO: INTAVOLATURA DE CIMBALO - DAS GESAMTWERK FÜR CEMBALO

MAURER, REBECCA

Antonio Valente (c.1520-c.1580) muss ein außergewöhnlicher Mensch gewesen sein, auch wenn man nur sehr wenig über ihn weiß. Von Kindheit an blind, war er (zumindest zeitweise) in Neapel als Cembalist und Organist sowie als Lehrer für seine Instrumente tätig. Im Zuge seiner Lehrtätigkeit veröffentlichte er mit seiner „Intavolatura de cimbalo“ ein Lehrwerk, mit dem auch diejenigen, „die keinerlei Vorbildung in der Musik haben, ohne Hilfe eines Lehrers“ die Kunst des Cembalospiels erlernen könnten. Dafür entwickelte er ein frühes System des „Spielen nach Zahlen“. In der Sammlung verarbeitet er verkaufstechnisch geschickt die „neuesten Hits“ zu hochvirtuosen Variationen, bei denen vor allem die rasanten Tänze mit ihren fetten Ostinatobässen ihre Wirkung nicht verfehlen. Diese gehen noch heute „in die Beine“ und dürften die Salons in Neapel ebenso zum Kochen gebracht haben wie die Clubs von St. Louis durch die Ragtimekünste seines späteren Kollegen Scott Joplin.

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CAR83249

SCHUBERT/MOZART: MESSE ES-DUR D 950/VESPERAE SOLENNES DE CONFESSORE KV 339

KÜHMEIER/MAYER/ROBINSON/MACKERRAS/STAATSKAPELLE DRESDEN/+

Schuberts Verbindung zur geistlichen Musik bestand seit seiner Jugend, als er als elfjähriger Sopransolist in der Lichtenthaler Kirche in Wien sang und dort später auch noch Messkompositionen sowie andere geistliche Werke zum Gottesdienst beisteuerte. Die Messe Es-Dur D 950 gehört dagegen zu den letzten vollendeten Werken Schuberts und entstand 1828 vermutlich für die Wiener Dreifaltigkeitskirche im Alsergrund. Wie viele andere groß angelegte Werke Schuberts geriet sie nach seinem Tod in Vergessenheit und wurde erst 1865 auf Initiative von Johannes Brahms gedruckt. Seitdem hat sie sich als Meisterwerk der geistlichen Musik im 19. Jahrhundert etabliert. Schubert-Spezialist Sir Charles Mackerras hat die Messe mit namhaften Dresdner Kräften in der Frauenkirche eingespielt. Mozarts ebenso berühmte wie populäre Vesperae solennes de confessore KV339 stellen dabei mehr als nur eine willkommene Ergänzung der Schubert-Messe dar, sie weisen auch auf die Wurzeln der geistlichen Musik Schuberts hin.

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OBSCD705

HENRY VIII./TAVERNER/FAYRFAX/VERDELOT/+: HENRY'S MUSIC-MOTETTEN AUS EINEM KÖNIGLICHEN CHORBUCH/LIEDER

SKINNER/ALAMIRE/QUINTESSENTIAL/LAWRENCE-KING/WILKINSON

Am 24. Juni dieses Jahres jährt sich die Thronbesteigung Heinrich VIII. zum 500. Mal. Anlass genug, an den Monarchen zu erinnern, der eben nicht nur einen hohen Frauenverschleiß hatte, sondern besonders zu Beginn seiner Regentschaft auch ein leidenschaftlicher Förderer der Künste und versierter Komponist war. Das britische Label OBSIDIAN legt diesen Monat die erste Gesamteinspielung aller Werke vor, die in einem Manuskript aus königlichem Besitz in der British Library erhalten sind. 1516 für den König höchstpersönlich zusammengestellt, enthält es neben Werken bekannter Komponisten wie Robert Fayrfax, Philippe Verdelot und John Taverner auch neun Kompositionen aus der Feder Heinrichs VIII. Ergänzt wird die interessante Produktion durch mehrere Lieder des Monarchen aus anderen Quellen. Unter der Leitung von David Skinner ermöglichen uns Alamire, das Ensemble QuintEssential sowie der Harfenist Andrew Lawrence King einen wahrhaft königlichen Hörgenuss, wie er früher sicherlich nur einem privilegierten Zirkel vorbehalten war.

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CYP1656

MORINI, GUIDO: VIVIFICE SPIRITUS VITAE VIS

ACCORDONE/BEASLEY/HENDRIX/HELICON AND EUTERPE CHOIRS/+

Vivifice spiritus vitae vis ist der erste Teil von ,Servabo’, einer Trilogie die Guido Morini der Dreieinigkeit gewidmet hat. Angeregt wurde Morini von der Capella Musicale della Cattedrale di Lodi. Der Komponist hat das Werk nach alten Vorbildern für drei Chöre, drei Solisten und Continuo konzipiert. Wie schon bei früheren Projekten gelingt es Accordone, auf faszinierende Weise Vergangenheit und Gegenwart mit einander zu kombinieren.

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KRAUS, JOSEPH MARTIN: AMPHITRYON -SCHAUSPIELMUSIK BEARBEITET FÜR HARMONIEMUSIK

AMPHION BLÄSEROKTETT

Für eine Stockholmer Aufführung von Molières Komödie Amphitryon schrieb Joseph Martin Kraus 1784 auf besonderen Wunsch des schwedischen Königs Gustav III. noch während seiner Studienreise in Paris eine umfangreiche Schauspielmusik mit Arien, Chören und Balletteinlagen. Dass die wunderbare Musik des „schwedischen Mozart“ auch ohne die Verse von Molière ihre Wirkung tat, beweisen mehrere zeitgenössische Bearbeitungen, von denen die Johann Friedrich Grentzers sicherlich die gelungenste ist. Grentzer hielt sich zunächst an die originale Abfolge, doch wich er später aus rein musikalischen Gründen von der ursprünglichen Reihenfolge ab. Das elegante Klangergebnis dieser Bearbeitung, einige der Stücke verlangen zwei zusätzliche Klarinetten, zeigt Grentzers Können und seine Sensibilität im Umgang mit dem Werk von Kraus, aber auch den acht bis zehn Blasinstrumenten. Mit dem Amphion Bläseroktett sorgt ein Ensemble für die klangliche Umsetzung, das unlängst vom Bayerischen Rundfunk als die Virtuosenelite des 21. Jahrhunderts bezeichnet wurde.

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AECD0978

SCHUMANN, ROBERT: KLAVIERQUARTETT OP.47/KLAVIERQUINTETT OP.44

QUATUOR SCHUMANN/STULLER

Das Klavierquartett Quatuor Schumann legt hier eine wahrhaft frische und transparente Einspielung der beiden kammermusikalischen Meisterwerke Schumanns vor. Die jungen Schweizer bringen hierfür sowohl das perfekte Zusammenspiel als Kammermusikensemble als auch die nötige romantische Hypersensibilität jedes einzelnen Musikers mit. Eigenschaften, die sie auch in ihre bisherigen Aufnahmen erfolgreich einbringen konnten, was ihnen nicht nur in Frankreich und der Schweiz die einhellige Zustimmung der Fachpresse eingebracht hat.

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MARTINU, BOHUSLAV: KAMMERMUSIK (+ BONUS DVD)

LETHIEC/ENSEMBLE CALLIOPÉE

Was man eigentlich kaum für möglich halten würde: Auch von bekannten Komponisten des 20. Jahrhunderts gibt es verschollene oder gar verloren gegangene Kompositionen. Zu diesen gehörte bis vor kurzem auch das Streichtrio H.136 von Bohuslav Martinu (1890-1959). Martinu hatte das Stück 1924 als eines seiner ersten Werke während seines Aufenthaltes in Paris komponiert und das Original kurz danach nach Prag geschickt, wo es offenbar in den Wirren der deutschen Besatzung verloren ging und fortan als verschollen galt. Zum Glück wurde es jedoch 2005 zufällig in der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen wiederentdeckt. Aus Anlass des 50. Todestages von Martinu haben Karine Lethiec und das Ensemble Calliopée dieses verloren geglaubte Meisterwerk zum ersten Mal auf Tonträger eingespielt. Zu hören sind darüber hinaus weitere interessante Kammermusikwerke aus unterschiedlichen Schaffensphasen des Komponisten. Ergänzt wird diese verdienstvolle ALPHA-Produktion durch eine interessante 27minütige Dokumentation über die Wiederentdeckung des Streichtrios mit Interviews und Probenausschnitten.

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VARÈSE/FELDMAN: AMERIQUES/PIECE FOR FOUR PIANOS/FIVE PIANOS

BUGALLO-WILLIAMS PIANO DUO & FRIENDS

Amériques von Edgar Varèse ist ein Symbol für Aufbruch, Abenteuer, Entdeckung; es ist eine sinfonische Eruption, die sich bei ihrer Uraufführung einen der vordersten Plätze in der musikalischen Skandalchronik des 20. Jahrhunderts sicherte. Mit der vom Komponisten später selbst erstellten Version für zwei Klaviere vierhändig ist ein Stück exzessiver Pianistik zwischen Zierlichkeit und dynamischer Ekstase entstanden, dessen extremer Aktionismus zu der fast regungslosen Innenschau der Stücke von Morton Feldman einen denkbar starken Kontrast bildet. Feldman über sein Vorbild Varèse: „Anstatt ein System zu erfinden wie Schönberg, hat Varèse eine Musik erfunden, die zu uns spricht, eher durch ihren unglaublich dichten Zusammenhalt als durch ihre Methodik. Wenn wir Varèse hören, fragen wir: „Wie hat er das gemacht?“ und nicht „Wie ist das gemacht?“. Ähnliches darf man sich auch angesichts des perfekten Zusammenspiels des Bugallo-Williams Piano Duos fragen, das mittlerweile sein drittes erfolgreiches Album bei WERGO vorlegt.

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